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		<pubDate>Thu, 20 Nov 2008 13:23:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>polykarp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Zuerst einmal &#8211; was für ein Wetter! Die Rubrik &#8222;Biowetter&#8220; liest sich wie die Risikenliste in der Packungsbeilage von Medikamenten&#8230; Zum zweiten &#8211; heute Abend steht &#8222;Offener Austausch&#8220; über unsere Jugendarbeit auf dem Programm. Meine Frage dazu: Wie betreibt man einen Jugendkreis in der Postmoderne?! Habe dazu &#8211; zwecks Ideen sammeln &#8211; ein bisschen Google-Recherche [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=polykarp.wordpress.com&amp;blog=5572642&amp;post=9&amp;subd=polykarp&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Zuerst einmal &#8211; was für ein Wetter! Die Rubrik &#8222;Biowetter&#8220; liest sich wie die Risikenliste in der Packungsbeilage von Medikamenten&#8230;</h3>
<h3>Zum zweiten &#8211; heute Abend steht &#8222;Offener Austausch&#8220; über unsere Jugendarbeit auf dem Programm. Meine Frage dazu: Wie betreibt man einen Jugendkreis in der Postmoderne?!</h3>
<h3>Habe dazu &#8211; zwecks Ideen sammeln &#8211; ein bisschen Google-Recherche geführt und bin auf einen interessanten Artikel gestoßen:</h3>
<p class="MsoNormal"><strong><span style="text-decoration:underline;"><span style="font-family:Times New Roman;font-size:small;"><span style="font-weight:bold;font-size:12pt;">Jesus ist Postmodern – unsere  Gemeindekrisen sind es auch</span></span></span></strong></p>
<p><span style="font-family:Times New Roman;font-size:small;"><span style="font-size:12pt;">Gabi war  eine „Vorzeigechristin“: Sie engagierte sich fest in der Gemeinde, war bei  vielen Aktivitäten dabei. Doch mit der Zeit sank ihr Bedürfnis zum Gottesdienst  zu gehen und sie zog sich aus der Mitarbeiterschaft zurück, ohne genau sagen zu  können, warum. „Es bringt mir alles nichts mehr!“, antworte sie  Gemeindegliedern, die nach dem Grund ihres Fernbleibens fragten. Auf die Frage,  ob denn in ihrer Beziehung mit Jesus alles in Ordnung sei, antwortete sie  entschieden: &#8222;Ja, ich erlebe ihn tief – alleine und wenn ich mit Freunden  zusammen bin und ihn anbete. Da ist alles okay&#8230;“ Alle liebevollen Appelle,  ihre Treue zu Jesus doch auch durch ihren Gottesdienstbesuch und Mitarbeit in  der Gemeinde zum Ausdruck zu bringen, fruchten nichts. </span></span></p>
<p><a name="more51"></a><span style="font-family:Times New Roman;font-size:small;"><span style="font-size:12pt;">Es gibt heutzutage viele „Gabis“, die sich innerlich  oder auch äußerlich (Austritt) von der Gemeinde verabschiedet haben: Ihr  Engagement schwindet, sie können sich nicht mehr dazu aufraffen, die  Gottesdienste zu besuchen, geschweige denn, langfristig Verantwortung zu  übernehmen. Standarderklärungen wie „die Person liebt Jesus nicht mehr“ werden  ihrer Situation nicht gerecht. </span></span></p>
<p><span style="font-family:Times New Roman;font-size:small;"><span style="font-size:12pt;">In vielen  Fällen ist die Ursache nicht geistlicher, sondern kultureller Natur. Gabi lebt  den größten Teil ihrer Zeit z.B. Beruf und Freizeit in einer postmodernen  Kultur, wird aber in der Gemeinde mit kulturellen Formen konfrontiert wird, die  in der Moderne entstanden sind. In dieser Kultur fühlt sie sich nicht zu Hause.  Kultur ist im Duden definiert als „Die Gesamtheit der geistigen und  künstlerischen Lebensäußerungen einer Gemeinschaft, eines Volkes“. Mit dem  Schlagwort „Wandel von der Moderne zur Postmoderne“ beschreiben wir die  tiefgreifenden, kulturellen Veränderungen der letzten Jahre. Die Gemeinde hat  vielerorts nicht mit diesen Veränderungen Schritt halten wollen und  können.<br />
Zum Teil liegt das daran, dass sie ihre Gemeindestruktur als  „biblisch“ empfindet. Das mag sie auch in einem gewissen Kontext sein. Das  Evangelium und seine Werte sind ewig, zeitüberschreitend und unwandelbar. Aber  wenn wir dieses Evangelium zum Ausdruck bringen wollen, müssen wir zu den Formen  („Lebensäußerungen“) greifen, die unsere Kultur bietet. Das Evangelium bestimmt  das, was wir tun sollen. Unsere Kultur prägt die Art, wie wir es tun. Manche  dieser kulturellen Formen sind gemessen am Evangelium positiv, andere sind  „neutral“ oder negativ und brauchen Veränderung. Das gilt für „traditionelle“  kulturelle Formen genauso wie für Ausdrucksweisen der Postmoderne.<br />
Die  Gemeinde Jesu steht immer vor der Aufgabe, zu durchdenken, wie die alten ewigen  Werte des Evangeliums in ihrer Zeit und Welt gelebt werden können. Dies ist die  gleiche Herausforderung wie die, vor der Missionare vergangener Jahrhunderte  standen, die biblische Werte kulturrelevant umsetzen wollten.<br />
Dort wo  Gemeinden sich dieser Herausforderung nicht stellt, sondern in den kulturellen  Mustern vergangener Generationen stecken bleibt und diese als „wahrhaft  biblisch“ preist, fühlen sich Menschen, die postmodern empfinden nicht mehr zu  Hause. </span></span></p>
<p><span style="font-family:Times New Roman;font-size:small;"><span style="font-size:12pt;">Einige  Konfliktfelder</span></span></p>
<p><span style="font-family:Times New Roman;font-size:small;"><span style="font-size:12pt;">Wo liegen  nun die Unterschiede?<br />
Wenn postmoderne Menschen in eine Gemeinde kommen, die  traditionell oder modern (60er, 70er oder 80er Jahre Stil) ist, kommt es in der  Regel in einem oder mehreren der unten beschriebenen Gemeindebereiche zu einem  Zusammenprall der Kulturen und Lebensweisen. </span></span></p>
<p><span style="font-family:Times New Roman;font-size:small;"><span style="font-size:12pt;">Post-Gottesdienst ?<br />
In der postmodernen Welt läuft  vieles gleichzeitig: Während der Computer hochfährt, schreibt man eine SMS und  kocht Kaffee. Im Computer laufen sind immer mehrere Fenster offen, so dass man  von einem Programm ins nächste springen kann, wenn eines zu langsam oder  langweilig wird. In fast allen Lebensbereichen kann man in der Regel zwischen  unendlich vielen Varianten (z.B. für Handyfarbe, Klingeltöne etc.) wählen. Und  dann kommt man in einen Gottesdiensten und es gibt nur ein einziges Angebot: 30  bis 45 Minuten lang still in einer Reihe sitzen und einer einzigen Person  zuhören. Die so geforderte Konzentration auf eine einzigen Empfangskanal, ist  für viele postmoderne Menschen, die ständig auf mehreren Kanälen Signale  empfangen, fast nicht zu schaffen.<br />
Die Gewohnheit, dass alle Gemeindeglieder  in Reih und Glied auf Stühlen sitzen und sich nur zur Anbetung oder zum Gebet  erheben, ist nicht gerade postmodern (es ist noch nicht mal biblisch).  Postmodern wäre es, sowohl bei der Gestaltung des Raumes und des Programms  Wahlmöglichkeiten zu geben: Raum zum sitzen, stehen, liegen, malen, tanzen oder  Kaffee trinken. Raum, sich noch mit etwas anderem zu beschäftigen, während  gleichzeitig noch das „normale“ Programm (Predigt, Anbetung, Ansagen etc.)  läuft. Und Raum, in dem auch andere Sinne (z. B. durch visuelle Untermalung)  angesprochen werden. Ebenso wichtig wie der äußere Freiraum ist auch der innere  Raum: Postmoderne Menschen müssen es spüren, dass sie sein und sich ausdrücken  dürfen, so wie sie sind. </span></span></p>
<p><span style="font-family:Times New Roman;font-size:small;"><span style="font-size:12pt;">Post-Verbindlichkeit?<br />
Postmoderne Menschen leben in  einer Welt, die nicht mehr vorhersehbar ist. Unsere Eltern hatten noch einen  Beruf fürs Leben, wir können von Glück reden, wenn wir mehr als 8 Monate beim  gleichen Arbeitgeber bleiben können. Aus diesem Grund fällt es vielen  postmodernen Menschen schwer, sich langfristig für etwas zu verpflichten, egal  ob es sich um einen Vertrag fürs Fitnessstudio oder Mitarbeit in der Gemeinde  handelt.<br />
Postmoderne Menschen sind nicht generell unverbindlich. Sie leben  häufig in treuer und teurer (Telefonkosten!) Verbindlichkeit zu einigen  vertrauten Freunden, mit denen sie sich regelmäßig treffen und ihr Leben und  ihre Lebenskrisen teilen (siehe die Fernsehserie „Friends“, die diesen Trend  widerspiegelt!). Aber sie lassen sich nur schwer für verbindliche Mitarbeit in  Bereichen engagieren, die sie als „unpersönlich“ empfinden z.B. ein  „Evangelisationsprogramm“.<br />
Postmoderne Menschen engagieren sich für Jesus.  Sie tun das – wie die ersten Christen &#8211; meistens in einer Form, die  beziehungsorientiert ist: Bekannten, die Jesus noch nicht kennen, von ihm zu  erzählen ist für sie genauso selbstverständlich wie bis Mitternacht Freunde zu  trösten und für sie zu beten. Das ist ihr unschätzbarer Beitrag für das Reich  Gottes. </span></span></p>
<p><span style="font-family:Times New Roman;font-size:small;"><span style="font-size:12pt;">Post-Ratio  ?<br />
Postmoderne Menschen haben wenig Interesse an Lehre – zumindest wenn sie  überwiegend rational und theoretisch ist und den Anspruch erhebt, die Antwort  auf alle Fragen zu haben. Aber sie sind hungrig nach Weisheit, nach  Lebenserfahrungen, nach Antworten auf spezifische Fragen der Lebensgestaltung:  Wie kann ich mich als Nachfolger Jesu in dieser spezifischen Situation  verhalten? Eine Antwort, die zugibt, nur einen Teil der Wahrheit erkannt zu  haben, ist ihnen allemal lieber als ein billiges Patentrezept, dass dann doch  nicht zu ihrer komplexe Lebenssituation passt.<br />
Postmoderne Menschen, wollen  Antworten dann erhalten, wenn sie die Fragen haben, nicht vorher. Ideal ist es  spontane Lehre in den Kontext des Lebens einzubauen. Lehre über Gebet während  man betend durch die Straßen läuft. Lehre über den richtigen Umgang mit Finanzen  in der Kaffeepause beim gemeinsamen Shopping usw. Lehre, die im Kontext des  Lebens vermittelt wird, wird auch im Leben umgesetzt.<br />
Wenn eine Gemeinde  postmodernen Menschen ansprechen, aber nicht auf die gewohnte Predigtform mit  logisch-rationaler Erklärung und dem drei –Punkte Schema verzichten will, dann  ist Transparenz und Illustration von großer Wichtigkeit. Wahrheit muss von der  Person, die sie erzählt, durchlebt worden sein, bevor sie von ihnen als  glaubwürdig eingestuft wird. Geschichten, Bilder und Beispiele aus dem eigenen  Leben, die das Gesagte illustrieren, geben auch einer „normalen“ Predigt größere  Chancen gehört zu werden.<br />
Eine Form der Lehre, mit der eine Freundin und ich  experimentieren ist „Lehre im Kombipack“: Sie ist ein rational-logischer Mensch  und kann biblische Zusammenhänge hervorragend gliedern und analysieren. Ich  wiederum kann Fakten durch Bilder, Beispiele und Geschichten Leben geben. Wir  lehren gelegentlich gemeinsam: Sie &#8222;quatscht&#8220; und ich &#8222;quatsche dazwischen&#8220;. Auf  die Art und Weise können sowohl moderne als auch postmoderne Menschen die Lehre  aufnehmen und verdauen. </span></span></p>
<p><span style="font-family:Times New Roman;font-size:small;"><span style="font-size:12pt;">Post-Respekt?<br />
Postmoderne Menschen der westlich  geprägten Welt leben in einem Umfeld, in dem jeder etwas zu sagen hat und  ernstgenommen wird. In den Chat-Rooms des Internet gibt es keine Hierarchien und  Geschlechterdiskriminierung, genauso wenig wie in den meisten postmodernen  Hinterhof- und Loftfirmen. Einen Raum, in dem jeder zählt und einbringen kann  wünschen sie sich auch in ihrem geistlichen Zuhause.<br />
Es ist für postmoderne  Menschen fast völlig unverständlich, warum in einer Gemeinde ein Einzelner (oder  eine kleinen Gruppe) von (meistens) Männern das Sagen hat. Eine unpersönliche  Gottesdienstform, die nur von einigen Verantwortlichen gestaltet wird und wenig  Raum für echte zwischenmenschliche Kommunikation gibt ist für sie weder  attraktiv noch verständlich. Sie ist nicht mit ihrem „normalen Leben“ in  Einklang zu bringen. Und auch nicht mit dem biblischen Gebot „wenn ihr  zusammenkommt, hat jeder etwas zu geben“ (1. Kor. 14,26) vereinbar.<br />
Gleiches  gilt für strukturelle Hierarchien. Postmoderne Menschen respektieren Menschen  mit Lebenserfahrung. Sie spüren intuitiv, ob jemand „echt“ ist. Sie sind auch  bereit, sich von Menschen, die eine „natürliche“ oder organische Autorität  haben, etwas sagen zu lassen. Aber „strukturelle“ Autorität hat für sie keinen  inneren Wert.<br />
Das oberstes Gebot für Gemeinde, die in der Postmoderne  (über)leben will lautet deshalb: Raum schaffen für alle. Das zweite, ebenso  wichtige Gebot ist Folgendes: Hierarchien und Privilegien abbauen. Flache,  Teamorientierte Leiterschaft etablieren und als Leiter demütig auf das hören,  was Gott durch andere Gemeindeglieder sagen will. Menschen, die allein aufgrund  ihrer Position Autorität beanspruchen, werden in der Postmoderne schlichtweg  nicht gehört. Aber postmoderne Menschen ehren das Wort von Menschen, welche die  natürliche Autorität eines von Christus geformten Charakters haben, egal an  welcher Position sie stehen. </span></span></p>
<p><span style="font-family:Times New Roman;font-size:small;"><span style="font-size:12pt;">Wir können  das Rad der Zeit nicht mehr zurückdrehen. Unsere Welt wird postmodern. Die  Herausforderung, in diesem Kontext Gemeinde zu gestalten, wird in den nächsten  Jahren noch wachsen. Wahrscheinlich auch die Spannungen und die Konflikte, die  mit jedem Wandel verbunden sind. Damit das Schiff Gemeinde auf dem postmodernen  Meer nicht untergeht, sondern weitersegeln und neue Menschen an Bord nehmen  kann, müssen auch vertraute Lebensformen als Ballast von Bord geworfen  werden.<br />
Es stellt sich die Frage: Können moderne und postmoderne Menschen in  einer Gemeinde miteinander existieren? Meine Antwort lautet: Nein und  Vielleicht. Nein, denn neuer Wein braucht neue Schläuche.<br />
Dort wo die  Strukturen fest etabliert sind und die Mehrzahl der Gemeinde sie als gut und  schützend empfindet, wird die postmoderne „Fraktion“ früher oder später andere  Formen für ihr Leben mit Jesus wählen. Ähnliche Prozesse erlebten viele der  heute etablierten Gemeinden selbst vor 20 oder 30 Jahren, als sie selbst aus  anderen Gemeindeformen auszogen, um ihren eigenen Weg zu finden. Wenn nun eine  neue Generation das Gleiche tut, ist das weder eine Katastrophe noch ein Zeichen  von Rebellion der „Jungen“ oder dem Versagen der „Alten“, sondern der ganz  normale Lauf der Dinge. Vielleicht gibt es auch echte Chancen. Die  Auseinandersetzung mit der Postmoderne bietet faszinierende Möglichkeiten:  Postmoderne Menschen lieben Dinge, die auch den ersten Christen wichtig waren:  Gemeinsames Abendmahl, informelle Treffen in der vertrauten Umgebung,  Veranstaltungen im „Tempel“ zu denen jeder kommen kann, wann er will. Der Dialog  mit Menschen der Postmoderne bietet der Gemeinde ganz neu Chance, dass sie ihr  eigenes Wesen tiefer versteht und neu entdecken kann, wie Jesus sich Gemeinde  gedacht hat. Damals und Heute. </span></span></p>
<p><span style="font-family:Times New Roman;font-size:small;"><span style="font-size:12pt;">Kerstin  Hack, Dez. 2002<br />
Der Artikel erschien erstmals in der Zeischrift  &#8222;Praxis&#8220;</span></span></p>
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		<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 13:04:14 +0000</pubDate>
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